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Das kalt Licht der Phantasie
Bamberger Unternehmen sorgte auf Expo für futuristische Effekte
Wenn bei der eben zu Ende gegangenen Weltausstellung in Hannover Bilder scheinbar schwerelos auf dem Wasser schwebten oder Besucher auf einem matt leuchtenden Flußlauf zu wandeln wähnten: Dann war das Bamberger Unternehmen Lightec an der Realisierung dieser Illusionen
maßgeblich beteiligt.
Müde, aber zufrieden ist der Geschäftsführer des Sechs-Mann (und Frau)-Unternehmens am Rüdelweg, André Hempel, aus Hannover zurückgekehrt, wo er den Abbau seiner Lichtinstallationen organisiert hat. Schwerpunkte lagen in den Hallen 9 ("Planet Of Vision) und d22, wo im mexikanischen Pavillon 150 Dias unterschiedlicher Formate hinterleuchtet wurden oder in der kanadischen Zirkusarena Elektrolumineszenz-Folien der oberfränkischen Firma für avantgardistische Lichteffekte sorgten.
Besonders spektakulär waren überdimensionale, leuchtende Türrahmen mit Verträgen des 20. Und 21. Jahrhunderts. Entdeckt hat den Leuchteffekt in den 30-er Jahren ein französischer Forscher. Legt man an ein in Kunststoff eingeschwenktes Amalgam au Zinksulfid und Kupfer über zwei Elektroden elektrische Felder, beginnt es zu leuchten - so sind hauchdünne, nur knapp einen Millimeter dicke Folien möglich, "schneidbares Licht zum Aufkleben". Ursprünglich wie so viele technische Innovationen zunächst in Rüstung und Raumfahrttechnik angewendet, werden seit Anfang der neunziger Jahre die in verschiedenen Farben gleichmäßig matt schimmernden Lichtbänder oder -schnüre verstärkt in der Werbung, auf Messen, in der Bühnen- und Sicherheitstechnik eingesetzt. Lightec hat neben Folien und Schnüren auch noch Kaltkathodenröhren im Angebot, nach Angaben der Firma die dünnsten Leuchtstofflampen der Welt.
Von Jekyll zu Hyde im Strahlentunnel
Für Theater-, Opern- und Musicalbühnen sowie in der Sicherheitstechnik arbeitet auch Lightec vornehmlich. So stammt das Bodenlauflicht eines SAT.1-Nachmittagsquiz genauso aus der Domstadt wie bühnentechnische Installationen bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth, an der Semperoper in Dresden, an der Staatsoper und den Kammerspielen in München. Ein mit zweieinhalb Kilometern Leuchtfolie illuminierter Strahlentunnel ist das Glanzstück des Musicals "Jekyll & Hyde" in Bremen. Hempel prophezeit seinen Folien auch z.B. als Treppenstufenprofilen in Kinos eine große Zukunft, damit der geneigte Filmfan in der lichttheaterspezifischen
Düsternis nicht strauchele.
Hergestellt werden die leuchtenden Bänder, die auch einen Stoß oder Tritt vertragen und pro Quadratmeter circa 50 Watt verbrauchen, allerdings nicht in Bamberg. Eine auch an der Lightec GmbH beteiligte Partnerfirma in Wien entwickelt dort die nötigen Steuerungstechniken und überwacht die Produktion in der österreichischen Hauptstadt. Für die spezifischen Anwendungen modifizieren die Bamberger Techniker die Regelautomatik. Lightdesigner, Bühnenbildner, Regisseur und Szenograph konzipieren etwa für eine aufwendige Musical-Produktion die Beleuchtung und werden dann von den Bambergern "kreativ betreut", wie Hempel sagt.
über einen Bühnenbildner kamen die oberfränkischen Licht-Konstrukeure auch an die Expo-Aufträge. Binnen sechs Wochen waren 20 Projekte im Auftragsvolumen von 5000 bis 200 000 Mark abzuwickeln. Der "Turm zu Babel" war ebenso zu realisieren wie der "Garden Eden" oder das Thema "Mensch und Ernährung". Eine Kraftanstrengung für das noch nicht einmal zehn Jahre alte Unternehmen.
Doch nicht nur in Niedersachsen, auch vor der Haustür sieht Hempel sein Slim-Light-Folien schon leuchten: Beim Umbau des E.T.A.-Hoffmann-Theaters oder in der neuen Mehrzweckhalle eröffnen sich für ihn wunderbar schimmernde Einsatzmöglichkeiten
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